Leck im Pool erkennen, bevor die Rechnung kommt
Ein undichtes Becken verrät sich früh – man muss nur wissen, worauf zu achten ist. Der Eimertest, die Stelle des Wasserstands und was die Technik verrät.
Ein Leck im Pool ist selten dramatisch und fast immer teuer. Nicht wegen des Wassers – wegen dessen, was das Wasser im Untergrund anrichtet, wenn es monatelang unbemerkt austritt.
Das Tückische daran: Im mallorquinischen Sommer sinkt der Wasserstand ohnehin sichtbar. Verdunstung und Leck sehen zunächst gleich aus.
Der Eimertest: Verdunstung oder Leck?
Der Test kostet nichts und braucht einen Tag. So geht er:
- Einen Eimer auf die oberste Beckenstufe stellen, sodass er sicher steht.
- Den Eimer mit Poolwasser füllen, bis der Wasserstand innen und außen auf gleicher Höhe liegt.
- Beide Stände am Eimerrand markieren – innen und außen, zum Beispiel mit Klebeband.
- Filterpumpe im normalen Rhythmus weiterlaufen lassen, Becken 24 Stunden nicht benutzen, kein Wasser nachfüllen.
- Nach 24 Stunden beide Markierungen vergleichen.
Sinkt das Wasser im Becken deutlich stärker als im Eimer, verliert das Becken Wasser. Sinken beide gleich weit, war es Verdunstung. Bei Regen oder starkem Wind ist der Test nicht aussagekräftig – dann wiederholen.
Wo der Wasserstand stehen bleibt, verrät die Stelle
Wenn ein Becken Wasser verliert, hört das Absinken meist irgendwann auf. Genau diese Höhe ist der wichtigste Hinweis, den Sie geben können.
Bleibt der Stand auf Höhe der Skimmer stehen, liegt der Verdacht auf dem Skimmer selbst oder seiner Verrohrung. Endet er auf Höhe der Einlaufdüsen, sind diese verdächtig. Stoppt er am Rand der Scheinwerfernische, ist häufig die Durchführung des Kabels die Ursache. Sinkt er dagegen bis weit unter alle Einbauteile, spricht das eher für eine Undichtigkeit im Beckenkörper oder in der Bodenverrohrung.
Wer diese Beobachtung notiert – Datum, Uhrzeit, Höhe – erspart der späteren Ortung viel Suchzeit.
Ein zweiter Test: Pumpe an oder aus
Es gibt Lecks, die nur unter Druck auftreten, und solche, die nur bei stehender Anlage sichtbar werden. Das lässt sich unterscheiden.
Verliert das Becken vor allem, während die Pumpe läuft, liegt der Verdacht auf der Druckseite – also auf den Leitungen zurück zum Becken und ihren Verbindungen. Verliert es vor allem bei stehender Pumpe, spricht das eher für die Saugseite oder für den Beckenkörper selbst.
Dafür lässt man die Anlage einen Tag durchgehend laufen und einen Tag stehen und vergleicht die Verluste. Das ist keine exakte Messung, grenzt die Suche aber erheblich ein.
Zeichen, die man leicht übersieht
- Ein Bereich im Garten, der auffällig grün bleibt oder weicher ist als seine Umgebung.
- Feuchte Stellen oder Ausblühungen an der Technikraumwand, besonders unten.
- Luft im System: Blasen an den Einlaufdüsen, ein Pumpenvorfilter, der sich nicht vollständig füllt, ein unruhig laufender Motor.
- Absackungen oder neue Risse im Beckenumgang, in Fugen oder im Belag.
- Ein Wasserverbrauch, der ohne erkennbaren Grund steigt – bei Zisternen oder Zählern das früheste sichtbare Zeichen.
- Deutlich höherer Chemikalienverbrauch, weil ständig frisches, unbehandeltes Wasser nachläuft.
Wann eine professionelle Ortung sinnvoll ist
Solange der Verlust gering ist und die Stelle vermutlich am Skimmer oder an einer Verschraubung liegt, lässt sich vieles ohne großes Gerät klären.
Für alles darunter gibt es Verfahren, die ohne Aufgraben auskommen: Druckprüfung einzelner Leitungsstränge, akustische Ortung, Farbtest an verdächtigen Stellen bei stehendem Wasser, in manchen Fällen Thermografie. Der Aufwand ist überschaubar – verglichen mit dem, was ein aufgegrabener Beckenumgang kostet, praktisch immer.
Der Zeitpunkt ist der eigentliche Hebel. Ein Leck, das im Frühjahr gefunden wird, ist eine Reparatur. Dasselbe Leck, das über den Winter unbemerkt weiterläuft, kann Unterbau, Bewuchs und im ungünstigen Fall auch Nachbarschaftsverhältnisse betreffen.
Warum ein Leck bei Abwesenheit so teuer wird
Bei einem bewohnten Haus fällt ein sinkender Wasserstand irgendwann auf. Bei einem Objekt, das nur zeitweise genutzt wird, läuft ein Leck unter Umständen monatelang.
Deshalb ist der laufende Wasserverbrauch aus unserer Sicht die wichtigste einzelne Kennzahl in der Betreuung einer Immobilie. Wer den Verbrauch je Tag gegen den für das Haus üblichen Wert stellt, sieht eine Abweichung in Tagen statt im Quartal – und zwar unabhängig davon, ob sie vom Pool, von einer Leitung oder von einem laufenden Spülkasten kommt.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser verliert ein Pool auf Mallorca normalerweise durch Verdunstung?
Wie funktioniert der Eimertest?
Der Wasserstand sinkt nur bis zu einer bestimmten Höhe. Was heißt das?
Muss für eine Leckortung aufgegraben werden?
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